Als ich den vielen Mannschaftswagen begegnete packte mich – auf Grund nicht vorhandener Kenntnisse über eine Aktion – direkt meine publizistische Neugiert. Ich bat meine Familie im Auto um Verständnis für einen kleinen Umweg (schließlich wollten wir eigentlich privat nach außerhalb) und versuchte herauszufinden, was denn in Zossen los sein könnte.
Mein erster Anlaufpunkt war dann auch der Marktplatz von Zossen. Aber dort herrschte – wie üblich an Samstagen, am frühen Nachmittag – gähnende Leere. Niemand zu sehen. Schon gar keine “Aktivisten” jedweder Couleur. Auch ein Blick zum ehem. “Haus der Demokratie”, zum Domizil der Volkssolidarität und zur Polizeiwache brachten keine neuen Erkenntnisse. Also bliebt nur noch der Weg zum Bahnhof.
Und tatsächlich! Am Bahnhof von Zossen sammelten sich nun die “Polizei-Wannen”. Aber außer der Polizisten (und einigen wenigen Reisenden mit Gepäck) war niemand zu sehen, dem ich diesen erheblichen Aufwand zurechnen konnte. Ich musste feststellen, dass es mir kurzfristig nicht möglich war, herauszufinden, warum dieser Aufwand betrieben wurde und musste mich nun wieder der Familie und dem eigentlichen Zweck der Fahrt widmen.
Bei unserer Rückkehr am Abend begegneten uns erneut viele der Mannschaftswagen, die nun offensichtlich zurück fuhren und somit mehrere Stunden in Zossen gewesen sein mussten. Aber auch jetzt war – bis auf vereinzelte verbliebene Polizei-Autos – nichts zu sehen, was mir einen Hinweis auf die Vorkommnisse geben konnte. Daheim angekommen, begann ich sofort mit der Recherche. Aber Fehlanzeige. Das weltweite Netz – zumindest mir bekannte Quellen – schwiegen sich aus. Das ganze Wochenende über, bis jetzt.
Der Montag-Morgen brachte dann Erlösung für meine Neugier. Die MAZ berichtete, dass der Einsatz der Polizei präventiv vorgenommen wurde, weil wohl LINKSEXTREMISTEN im Internet Ausschreitungen in Zossen angekündigt hatten.
Bild-Quelle: pixelio/ Arno Bachert

Hier der Link zu einer – aus meiner Sicht – interessanten Stellungnahme der VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten) zu diesem Fauxpas.
{edit: Link entfernt, da keine bedenkenlose Verlinkung möglich, bitte bei Interesse Suchmaschine bemühen oder den Kommentator um Link per Email bitten}
Bei http://www.rbb-online.de lässt sich unter der Sendung Brandenburg Aktuell vom 06.02.10 mehr erfahren. Demnach soll es gegen die Stadt eine ziemlich heftige Drohung gegeben haben…
zu Kommentar Polizeieinsatz in Zossen – “Link entfernt, da keine bedenkenlose Verlinkung möglich”
Herr Lindstedt, worin bestehen Ihre Bedenken bei der angebotenen Verlinkung mit der Seite der VVN-BdA?
Konrad Tschorn
dorthin zeigte der link aber nicht, sondern auf ein (links)autonomes “Newsportal”, wo die Meldung veröffentlicht war
Spekulationen über den Polizeieinsatz, in diesem Blog, der MAZ und anderswo, erübrigen sich.
Unter der Internetadresse http://dielinke-zossen.de, im Ordner Meinungen ist nachzulesen:
09.02. 2010 zum Polizeieinsatz in Zossen
Wie so oft hat sich der Redaktionschef der Zossener Rundschau wieder einmal sehr einseitig informiert, wenn er schreibt: “Dank eines präventiven massiven Polizeiaufgebotes kam es am Sonnabend nicht zu befürchteten Ausschreitungen linksautonomer Kräfte in der Zossener Innenstadt.” (MAZ 08.02.2010). Gespräche der Bürgerinitiative mit der Antifa hatten im Vorfeld zur Absage der geplanten Demo geführt. Dies war auch Polizei und Rathaus bekannt. So haben andere präventiv gehandelt, nicht aber die Polizei. Sie folgte offensichtlich der Intention, wo Bürger sich für Demokratie und Toleranz gegen Rechts einsetzen, muss auch ein linkes Feindbild her.
Rainer Reinecke
Kreistagsabgeordneter und Stadtverordneter DIE LINKE
Zum Polizeieinsatz und der ganzen Vorgeschichte gab es übrigens auf der letzten Sitzung der SVV eine persönliche Stellungnahme von Michaela Schreiber, der Bürgermeisterin von Zossen, die auch auf der Website der Stadt Zossen und auch auf der Website der Wählergruppe Plan B veröffentlicht ist.
Darin heißt es unter anderem zu den Ursachen des Einsatzes..
Weiteres dazu auf den entsprechenden Websites
Auch heute wurden wieder grüne Fahrzeuge an der Tankstelle unweit des Bahnhofs gesichtet
Auch ich habe solche Fahrzeuge gesehen. Am Amtsgericht, auch auf dessen Parkplatz. Rund herum liefen “dunkle Gestalten” herum, die der autonomen Szene anzugehören schienen. Allerdings für mich nicht offensichtlich, ob der links- oder rechtsautonomen.
ein Blick in die Prozeßliste des Amtsgericht könnte weiterhelfen. Waren möglicherweise Strafverfahren gegen entsprechende Leute terminiert? Das würde erklären, warum die Polizei ein solches Interesse am Amtsgericht hatte.
Leider finde ich aber auf den Seiten des Amtsgerichts nichts, was derartige Informationen preis geben würde.