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Amtsleiter bleiben SVV fern

Bei der letzten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung von Zossen ist es zum Eklat gekommen. Die Amtsleiter der Stadtverwaltung von Zossen kündigten an, bis auf weiteres jeder Sitzung des Gremiums fern zu bleiben, bis sich das Verhalten der Stadtverordneten und der Umgang miteinander wieder in “normalen” Bahnen verlaufe.

So berichtete es die MAZ nach der SVV vom Mittwoch im Artikel “Aufstand der Amtsleiter“. Damit scheinen die Amtsleiter die Konsequenz ziehen zu wollen, aus den vielen “sinnlos” im Bürgerhaus verbrachten Stunden, bei denen sie sich die immer wiederkehrenden Streitereien zwischen den Lagern und Einzelpersonen mit anhören mussten.

Vor allen Dingen aber lehnen sie sich damit gegen die ihrer Meinung nach sehr häufig aufgetretene Kritik an der Bürgermeisterin und der von ihr geführten Verwaltung auf, wie sie in einzelnen persönlichen Erklärungen verkündeten.

Bereits in vorangegangenen Sitzungen konnte man als Beobachter (beispielsweise in Sitzungspausen) hören, wie sehr die Amtsleiter die Vorkommnisse mitnahmen und abstießen, so dass diese Reaktion wohl nur wenige regelmäßige Beobachter wirklich überrascht.

Ob gerechtfertigt oder nicht, kann ein Außen stehender wohl wirklich nur sehr schwierig beantworten. Ob die daraus (erneut) resultierenden Vorwürfe gegen die Bürgermeisterin, sie hätte ihre Amtsleiter zu ihrer Reaktion aufgewiegelt ebenso wenig (was aber eigentlich auch nichts wirklich ins Gewicht fällt und maximal vom eigentlichen Thema ablenken würde)… Es steht auf jeden Fall fest, dass es ein großes kommunikatives Defizit zwischen vielen Stadtverordneten (um nicht Fraktionen zu sagen) und den Amtsleitern gibt. Hier sind beide Seiten nun aufgerufen, die Situation zu analysieren und miteinander zu korrigieren. Denn eins steht fest: Ohne einander geht es nicht, oder nur… sehr schwierig.

2 comments to Amtsleiter bleiben SVV fern

  • Übrigens hat sich inzwischen Melinda Bock – Stadtverordnete der Fraktion “Die Linke” in Zossen – zu den Geschehnissen und vor allen Dingen zur Berichterstattung in der Presse dazu geäußert.

    Auf der Internetseite der Partei-Basisorganisation schreibt sie in ‘worüber die MAZ nicht berichtet’ von den Fehlern und Mängeln in der Berichterstattung durch den Redakteur.

    Ich finde es erschreckend, dass sich Kommunalpolitiker in Zossen immer wieder anmaßen, Berichterstattern der Presse – aktuell vor allen Dingen immer wieder F.H. bei der MAZ – vorschreiben zu wollen, was sie wie zu berichten haben. Pressefreiheit ist eines der höchsten Güter, die wir seit der Beseitigung des SED-Regimes vor 20 Jahren nun auch – zumindest größtenteils – Deutschland weit genießen dürfen. Übrigens sollte man sich vor der Äußerung eines derartigen “Rundumschlages” vielleicht die Mühe machen, diverse Berichte, Schreibstile und Arten der Berichterstattung auch einmal zu studieren. Dann wird man feststellen, dass die geforderten Erwähnungen von abweichenden Thematiken gar nicht ins Konzept der redaktionellen Berichterstattung passt. So lange ich mich erinnern kann, wird über verschiedene Themen auch in verschiedenen Berichten geschrieben, teilweise sogar über mehrere Ausgaben der Zeitungen verteilt. Somit sind die Forderungen nach Integration der weiteren Themen in den gleichen Bericht zu weit her geholt.

    Ein weiteres wichtiges Gut der Demokratie – in meinen Augen sogar mit das Wichtigste – ist die Meinungsfreiheit, die natürlich nicht nur für die Presse, sondern für alle Menschen gilt und gelten sollte. Deshalb ist es das gute Recht der Amtsleiter darauf hinzuweisen, dass sie sich durch Äußerungen (verbaler und schriftlicher Art) angegriffen fühlen und sie die Ursache in einem bestimmten Lager der SVV sehen.

    Besonders interessant ist an dieser Stellungnahme, dass gar nicht erst versucht wird, die Kritik am eigenen Gebaren zurück zu weisen und zu widerlegen – was also impliziert, dass nicht gelogen worden sein kann – sondern dass einfach mal ganz schnell auf andere gezeigt wird, um von sich selbst abzulenken. Es wäre schön, wenn alle Politiker in Zossen sich endlich einmal die Kritik der Amtsleiter zu Herzen nehmen würden und an sich selbst zuerst ein gebührendes Verhalten einstellen würden, bevor erneut auf andere gezeigt wird. Sowas lernen Kinder sogar schon in der Grundschule. Schade, dass Erwachsene – egal welchen Lagers – ihnen das nicht vorleben. Erst wenn man selbst sich seine Hände guten Gewissens in Unschuld waschen kann, hat man die Möglichkeit, nicht nur die Vorwürfe zu dementieren, sondern auch andere davon zu überzeugen, sich ähnlich vorteilhaft zu verhalten und dem guten Beispiel zu folgen.

  • Dabendorfer

    Ich finde es erschreckend wie gutgläubig man sich auf den Wahrheitsgehalt diverser Presseveröffentlichungen verlassen kann, ich kenne sehr viele Fälle wo bewußt falsch berichtet wird, um Meinungen zu bilden.

    Ich kann sicher nicht sagen was in diesem Fall genau passiert ist, mir geht es nur darum das ich darauf hinweisen wollte das die Presse nicht immer die Wahrheit schreibt

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